Beruf & Familie

Erkrankungen als finanzielles Risiko: weshalb Einkommensabsicherung so wichtig ist

Eine schwere Erkrankung kann dazu führen, dass Betroffene nicht mehr arbeiten können und das Einkommen wegfällt. Plötzlich tut sich ein Berg von Kosten auf, der zu finanziellen Problemen führen kann. Wer rechtzeitig vorsorgt, kann sich und Angehörige absichern. Was es zu beachten gilt und welche Optionen es gibt, erfahren Sie hier.

Finanzielle Herausforderungen einer schweren Erkrankung

Bei einer schweren Erkrankung sollte die Behandlung und Genesung im Vordergrund stehen, niemand braucht dann auch noch finanzielle Sorgen. Tatsächlich können aber schwere Erkrankungen ein beachtliches finanzielles Risiko mit sich bringen. Wie groß dieses ist, geht aus Daten des Statistischen Bundesamts hervor. Diese zeigen: Erkrankungen stellten 2024 die häufigste Ursache für Überschuldung dar – vor Auslösern wie Arbeitslosigkeit oder längerfristigem Niedrigeinkommen.

Grafik: Hauptauslöser für Überschuldung 2024
Quelle: https://www.destatis.de/

Grund dafür ist, dass Betroffene bei einer Erkrankung oftmals nicht arbeiten können und ihnen das reguläre Einkommen fehlt, um laufende Kosten zur Lebenshaltung, beispielsweise für Miete oder Lebensmittel, zu decken.

Wer schwer erkrankt, steht außerdem oft vor erheblichen Zusatzkosten. Rücklagen und private Altersvorsorge können dadurch schnell aufgebraucht sein. Zwar übernehmen Krankenversicherungen viele Behandlungen, doch längst nicht alles, was Betroffene oder ihre Familien benötigen oder sich wünschen. Vor allem spezielle Therapien oder Pflegeleistungen, die über den gesetzlichen Leistungsrahmen hinausgehen, müssen häufig selbst finanziert werden. In Haushalten mit Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen kommen zudem hohe Betreuungskosten hinzu.

Staatliche Unterstützung reicht häufig nicht aus

Krankengeld wird höchstens für einen Zeitraum von 18 Monaten gezahlt. Wer darüber hinaus beruflich ausfällt, bekommt nur noch begrenzt staatliche Hilfen. Personen, die vor 1961 geboren wurden, können bei Berufsunfähigkeit noch auf eine staatliche Absicherung zurückgreifen. Für alle anderen bleibt als letzte Möglichkeit die Erwerbsminderungsrente, die jedoch nur dann gezahlt wird, wenn die Ausübung einer Erwerbstätigkeit nahezu unmöglich ist oder, wenn der Betroffene wegen Krankheit oder Behinderung außerstande ist, mehr als nur geringfügige Einkünfte zu erzielen. Zudem liegt ihre Höhe in der Regel deutlich unter dem bisherigen Einkommen. Die durchschnittliche staatliche Erwerbsminderungsrente lag 2023 bei 978 €.1 Weitere Infos zur staatlichen Unterstützung bei Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit finden Sie hier.

Schulden machen krank

Krankheiten können in eine Überschuldung führen, genauso können aber auch Schulden krank machen. Eine Langzeitstudie fand heraus, dass Überschuldete ein erhöhtes Risiko haben, zum Beispiel an Diabetes oder koronarer Herzkrankheit zu erkranken.2

Nicht zu unterschätzen sind auch die psychologischen Belastungen, die durch finanzielle Unsicherheit entstehen und Auslöser für ernsthafte Erkrankungen wie eine Depression sein können. Wer hier rechtzeitig plant, entlastet nicht nur sein Konto, sondern verbessert auch sein seelisches Wohlbefinden.

Möglichkeiten zur Absicherung

Es lohnt sich also, frühzeitig über zusätzliche Absicherungen nachzudenken und vorzusorgen. Produkte wie eine Berufsunfähigkeitsversicherung, Grundfähigkeitsabsicherung und Dread-Disease-Versicherung sind mögliche Optionen.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt eine monatliche Rente, wenn man seinen bisherigen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr dauerhaft ausüben kann. Die Grundfähigkeitsabsicherung springt ein, wenn bestimmte versicherte körperliche oder geistige Fähigkeiten – etwa Gehen, Sehen oder Sprechen – verloren gehen. Eine Dread-Disease-Versicherung hingegen zahlt in der Regel eine einmalige Summe bei der Diagnose einer schweren Krankheit wie Krebs, Herzinfarkt oder Schlaganfall. Dieses Geld kann flexibel eingesetzt werden – etwa für Zusatzkosten, die durch die Erkrankung anfallen. Mehr zu den unterschiedlichen Formen der Einkommensabsicherung erfahren Sie in diesem Beitrag.

Nächster Schritt: Persönlich beraten lassen

Wie Sie sehen: Krankheiten können Betroffene auch wirtschaftlich aus der Bahn werfen. Damit Sie sich bei einer Erkrankung nicht auch noch finanzielle Sorgen machen müssen, lohnen sich zusätzliche Absicherungen. Um die für Sie passenden Lösungen zu finden, sprechen Sie am besten mit einem Finanz- und Versicherungsexperten.

Ein individuelles Beratungsgespräch bietet den Vorteil, dass Ihre persönliche Lebenssituation berücksichtigt wird – etwa bestehende Versicherungen, familiäre Verpflichtungen oder geplante Anschaffungen. So entsteht ein Absicherungskonzept, das nicht nur für den Ernstfall, sondern auch für verschiedene Lebensphasen tragfähig ist.


1 https://www.versicherungsbote.de
2 https://link.springer.com/

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