Vorsorgen & Anlegen

Schichtarbeit: mehr Lohn heute, aber Risiko für die Rente?

In Deutschland ist Schichtarbeit für viele Berufstätige fester Bestandteil des Arbeitsalltags. Das höhere Nettoeinkommen durch bestimmte Zuschläge ist attraktiv. Wussten Sie jedoch, dass Schichtarbeit auch zu weniger Rente im Alter führen kann? Erfahren Sie im folgenden Artikel, welche langfristigen Auswirkungen auf die Altersvorsorge bestehen und wie Sie tätig werden können.

Etwa 15 % der Erwerbstätigen in Deutschland sind in Schichtarbeit tätig.1 Viele arbeiten auch an Wochenenden, rund 8 % aller Arbeitnehmer haben am Sonntag Dienst.2 Schicht- und Wochenendarbeit gibt es in verschiedenen Branchen, vom Gesundheitswesen und produzierenden Gewerbe bis zum öffentlichen Dienst.

Typische Branchen mit Schichtarbeit
Quelle: eigene Recherche in Anlehnung an https://www.gehaltsvergleich.com/

Zuschläge als finanzieller Anreiz

Manche denken bei Schichtarbeit an einen gestörten Tag-/Nachtrhythmus und daran, dass Betroffene wenig Zeit für Verabredungen zu normalen Tageszeiten haben. Allerdings kann Schichtarbeit finanziell attraktiv sein. Grund dafür sind Zuschläge, die für Spät- und Nachtschichten sowie Dienst an Sonn- und Feiertagen gezahlt werden. Sie werden auf Basis des Bruttogrundgehalts berechnet und variieren je nach Arbeitszeit.

Wichtig: Diese Zuschläge sind oftmals sozialversicherungsfrei.3 Obwohl Ihr Nettogehalt also durch die Zuschläge steigt, zahlen Sie gleichzeitig weniger in die Sozialversicherung ein als Arbeitnehmer mit regulärer Arbeitszeit.

Langfristige Auswirkungen auf die Altersvorsorge

Das führt dazu, dass Ihre Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung später im Leben geringer ausfällt als bei jemandem, der mehr in die Sozialversicherung eingezahlt hat. Sie haben also vor der Rente vergleichsweise mehr Geld zur Verfügung, stehen aber im Ruhestand möglicherweise auch vor einer größeren Rentenlücke. Damit es später nicht zu einer bösen Überraschung kommt, ist es wichtig, sich dessen bewusst zu sein und vorzusorgen.

Vereinfachte Formel zur Ermittlung der monatlichen Rente: monatliches Bruttogehalt/100 * Arbeitsjahre bis zum Renteneintritt (https://www.finanzrechner.org/)

Lösung: rechtzeitige private Vorsorge

Diese Rentenlücke können Sie schließen, indem Sie vorsorgen. Das können Sie zum Beispiel mit einer privaten Rentenversicherung tun, die schon mit relativ wenig Geld erschwinglich ist.

Berechnungsgrundlage: Mann/Frau, mtl. Beitrag 50 €, Aufschubzeit 47 Jahre, angenommene Wertentwicklung 6 % p. a., planmäßige Erhöhung der Beiträge um jährlich 3 %, mögliche lebenslange Rente und mögliches Gesamtguthaben nur bei Erfüllung der Voraussetzungen der Versicherungsbedingungen. Quelle: eigene Darstellung (hierbei handelt es sich um ein unverbindliches Rechenbeispiel zu illustrativen Zwecken)

Sie können Ihre Altersvorsorge auch mithilfe einer betrieblichen Altersvorsorge aufbessern. Weitere Informationen zur betrieblichen Altersvorsorge finden Sie hier.

Fazit

Insgesamt zeigt sich, dass die finanziellen Vorteile der Schichtarbeit im Jetzt ungeahnte, langfristige Auswirkungen auf die Altersvorsorge haben können. Daher ist eine bewusste finanzielle Planung und Vorsorge entscheidend, um im Alter finanziell abgesichert zu sein. Sprechen Sie mit einem Versicherungsexperten, um die für Sie optimale Lösung zu finden.


1 Eurostat (2021), https://de.statista.com/
2 destatis.de (2022), https://www.destatis.de/
3 Die Zuschläge bleiben in der Sozialversicherung beitragsfrei, soweit der Grundlohn 25 € brutto/Stunde nicht übersteigt, § 3b EStG i.V.m § 1 Abs 1 Nr 1 SvEV.

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