Vorsorgen & Anlegen

So optimieren Sie 2022 Ihre betriebliche Altersvorsorge

Einen sorgenfreien Ruhestand – das wünschen wir uns alle. Und wir alle wissen, dass die gesetzliche Rente dafür allein nicht mehr ausreicht. Deshalb sollten Sie selbst aktiv werden. Mit einer betrieblichen Altersvorsorge (bAV) haben Sie bereits einen großen Schritt in die richtige Richtung getan. Das Schöne daran: Ihr Arbeitgeber unterstützt Sie bei Ihrem Ziel. Und durch die Finanzierung aus dem Bruttolohn schmerzen die Beiträge kaum im Portemonnaie.

Das neue Jahr bringt im Bereich der betrieblichen Altersvorsorge einige Änderungen mit sich. Deshalb sollten Sie Ihren bestehenden Vertrag überprüfen und bei Bedarf anpassen, damit Sie das Optimum für Ihre Betriebsrente herausholen.

Tipp 1: Nutzen Sie die Beitragsbemessungsgrenze optimal aus

Bis zu einem bestimmten Betrag sind die Beiträge zu Ihrer betrieblichen Altersvorsorge steuer- und/oder sozialversicherungsfrei. Das bedeutet: Sie können einen Teil Ihres Bruttolohns direkt in Ihre betriebliche Altersvorsorge einzahlen. Dabei müssen Sie beispielsweise keine Abgaben für die Kranken- oder Rentenversicherung leisten. Die staatliche Förderung der Betriebsrente ist begrenzt: Sie beträgt 4 % (steuer- und sozialversicherungsfrei) beziehungsweise 8 % (steuerfrei) der sogenannten Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung West (BBG). 2021 waren das 284 € beziehungsweise 568 € monatlich. 2022 verringert sich nun die BBG erstmals. In diesem Jahr sind nur noch 282 € beziehungsweise 564 € steuer- und/oder sozialversicherungsfrei.

Überprüfen Sie Ihre betriebliche Altersvorsorge und schauen Sie, wie hoch Ihre monatlichen Beiträge sind. Diese Information finden Sie normalerweise auf Ihrer Entgeltabrechnung. Sollten Ihre Beiträge unter der Beitragsbemessungsgrenze liegen, können Sie Ihre Betriebsrente mit geringem finanziellem Aufwand optimieren. Sie nutzen bereits den Höchstbetrag? Dann brauchen Sie trotz gesunkener Beitragsbemessungsgrenze erst einmal nicht handeln. Es kann vorübergehend zu einer Überschreitung der steuer- und sozialversicherungsfreien Höchstgrenzen von wenigen Euros kommen. Dies bedeutet, dass auf die monatliche Differenz steuer- und/ oder sozialversicherungsabgaben geleistet werden müssen.

Quelle: eigene Darstellung

Trotzdem ist der Anteil des monatlichen steuer- und sozialversicherungspflichtigen Beitrags minimal. Der Vorteil für die Altersvorsorge zu sparen überwiegt.

Tipp 2: Sie sind noch nicht an der BBG angekommen? Nutzen Sie die Möglichkeit der Zuzahlung

Sie nutzen die Beitragsmessungsgrenze noch nicht vollständig aus und haben zum Ende des Jahres Weihnachtsgeld oder einen Bonus bekommen? Dann prüfen Sie, ob Sie diesen Betrag in Ihren bAV-Vertrag einzahlen möchten. So können Sie Ihre Betriebsrente noch einmal pushen.

Tipp 3: Sichern Sie sich den verpflichtenden Arbeitgeberzuschuss

Seit dem 01. Januar 2022 muss der Arbeitgeber alle bestehenden Entgeltumwandlungen bezuschussen. Das bedeutet: Er muss 15 % auf den umgewandelten Betrag, also Ihren monatlichen Beitrag, dazugeben. Wenn Sie beispielsweise 130 € von Ihrem Bruttolohn in eine betriebliche Altersvorsorge einzahlen, unterstützt Sie Ihr Arbeitgeber mit einem Zuschuss von 15 %. In diesem Beispiel sind das rund 20 €. Damit fließen insgesamt 150 € monatlich in Ihren Vertrag. So lohnt sich das Sparen umso mehr. Das Schöne für Sie: Ihr Nettoaufwand liegt gerade mal bei 67 €.

So funktioniert’s:

Berechnungsgrundlagen: Steuerklasse 1, kirchensteuerpflichtig, kinderlos, monatliches Bruttoeinkommen 3.000 €, Rentengarantiezeit 5 Jahre, verpflichtender AG-Zuschuss 15 % (Angaben gerundet)

Unser Tipp: Prüfen Sie, ob Ihr Arbeitgeber Ihre betriebliche Altersvorsorge bereits bezuschusst. Wenn nicht, sprechen Sie Ihn direkt darauf an. Sie haben noch keine betriebliche Altersvorsorge, möchten aber die Tipps zum Aufbau einer Betriebsrente gerne umsetzten? Keine Bange – Ihr Arbeitgeber muss Ihren Wunsch auf Entgeltumwandlung umsetzen! Wenn Sie noch mehr Informationen benötigen, wenden Sie sich am besten direkt an die Personalabteilung Ihres Unternehmens. So können Sie bald loslegen und ein finanzielles Polster aufbauen – für einen sorgenfreien Ruhestand.

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