Beruf & Familie

Seelische Gesundheit – aber wie?

Unsere Lebensqualität hängt stark von unserer Gesundheit ab. Entscheidend dafür ist aber nicht nur, dass der Körper fit ist, sondern auch die Psyche. Seelische Leiden sind inzwischen weit verbreitet – und haben durch Corona nochmals zugenommen. Die jetzt immer kürzer und dunkler werdenden Tage empfinden viele Menschen als zusätzliche Belastung. Die gute Nachricht: Es gibt präventive Maßnahmen und mit einer entsprechenden Therapie stehen die Chancen auf Heilung gut.

Unsicherheit, Stress und Ängste: Die Corona-Pandemie schlägt vielen auf die Psyche. 2020 gab es rund 265 Arbeitsunfähigkeitstage je 100 Versicherte aufgrund psychischer Erkrankungen – so viele Tage wie nie zuvor. Im Vergleich zu 2010 handelt es sich um eine Zunahme von 56 Prozent1, insbesondere traf es Frauen. Eine mögliche Erklärung: Sie waren sowohl wirtschaftlich als auch durch zusätzliche Anforderungen wie Homeschooling mehr belastet als Männer. Auch jüngeren Menschen setzte die Krise mehr zu als älteren. Sie berichteten vermehrt von Angst- und Depressionssymptomen.

Jeder vierte in Deutschland betroffen

Psychische Erkrankungen sind alles andere als selten: In Deutschland sind laut einer Erhebung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde vom August 2021 jedes Jahr rund 18 Millionen Erwachsene von einer psychischen Erkrankung betroffen – das ist beinahe jeder vierte Einwohner. Besonders verbreitet sind Angststörungen, Depressionen und Störungen durch Alkohol- und Medikamentenmissbrauch.

Trotz der weiten Verbreitung psychischer Erkrankungen sind Betroffene häufig stigmatisiert und Vorurteilen ausgesetzt. Das macht es ihnen schwer, offen mit ihrer Erkrankung umzugehen. Sie kämpfen mit einer doppelten Belastung – den Symptomen der Krankheit und der sozialen Ausgrenzung. Aus Angst vor dem Unverständnis von Familie, Freunden und Kollegen gehen viele gar nicht erst zum Arzt.

Dabei ist eine frühzeitige Diagnose wichtig. Schnell kann eine unbehandelte seelische Störung eine negative Eigendynamik entwickeln und weitere gesundheitliche Probleme nach sich ziehen. Das erschwert die Behandlung. Allerdings hat sich die Behandelbarkeit psychischer Erkrankungen in den vergangenen zwei Jahrzehnten entscheidend verbessert. Viele Patienten haben bei entsprechender Therapie eine gute Chance, geheilt zu werden oder zumindest lässt sich ihr Zustand entscheidend verbessern.

Prävention gewinnt an Bedeutung

Auch kann eine gesunde Lebensweise helfen, einer Erkrankung vorzubeugen. Gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf, ein strukturierter Tagesablauf, Sport und Entspannungsmethoden wie Yoga oder Meditation können dazu beitragen, dass die Seele im Gleichgewicht bleibt. Die Bedeutung präventiver Maßnahmen, um die psychische Gesundheit zu fördern, erkennen auch immer mehr Unternehmen. Sie bieten ihren Mitarbeitern Kurse an, etwa zum Stressabbau und zur Entspannung, um beispielsweise einem Burn-out vorzubeugen.

Ursachen für Berufsunfähigkeit nach Altersstufen

Inzwischen sind Nervenkrankheiten die Hauptursache für eine Berufsunfähigkeit: 32,66 Prozent der Leistungsfälle sind auf psychische Erkrankungen zurückzuführen, vor zehn Jahren waren es noch 20 Prozent der Fälle.2 Was wenig bekannt ist: Vor allem junge Arbeitnehmer erkranken häufig psychisch – viele belastet der hohe Leistungsdruck und die ständige Erreichbarkeit. Deshalb empfiehlt es sich, bereits in jungen Jahren eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) abzuschließen. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente reicht nicht aus, den gewohnten Lebensstandard zu halten. Wer jedoch zusätzlich privat vorsorgt, sichert sich ein monatliches Auskommen. Wer zudem frühzeitig einsteigt, spart durch niedrige Prämien bares Geld.


1 https://www.dak.de/
2 https://www.versicherungsbote.de/

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