Beruf & Familie

Stolperfalle Gesundheitsfragen – das sollten Sie beim BU-Antrag beachten!

Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) abschließen möchte, muss Fragen zu seiner Gesundheit beantworten. Keine Sorge, in den meisten Fällen kommt der Vertrag zustande. Vor allem für junge Erwachsene stehen die Chancen auf einen günstigen Tarif gut. Aber auch ein späterer Einstieg ist jederzeit möglich – sogar mit Vorerkrankung. Außerdem gibt es Alternativen zur klassischen Berufsunfähigkeitsversicherung .

Die Absicherung der eigenen Arbeitskraft ist die wichtigste Versicherung überhaupt. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie am Anfang Ihrer Karriere stehen oder jahrelange Berufserfahrung haben – für eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist immer der richtige Zeitpunkt. Sie zögern trotzdem? Schrecken Sie die Fragen zur Gesundheit, die Sie vor Vertragsabschluss beantworten müssen, ab, weil Sie an einer Allergie leiden? Keine Sorge, es gibt in fast allen Fällen eine Lösung.

Was fragt der Versicherer?

Mit Fragen zur Gesundheit will der Versicherer das Risiko des Antragsstellers kalkulieren, berufsunfähig zu werden. Das ist notwendig, damit er faire und bezahlbare Tarife anbieten kann. So fragen die meisten Gesellschaften nach dem persönlichen Lebensstil, beispielsweise ob man raucht oder riskante Sportarten ausübt. Wichtig ist auch der aktuelle Job: Wer im Büro arbeitet, hat zum Beispiel ein geringeres Verletzungsrisiko als ein Handwerker. Ein weiterer Faktor für eine faire Berechnung sind auch Vorerkrankungen, in der Regel die der vergangenen fünf Jahre. In bestimmten Fällen sind die letzten zehn Jahre für Versicherer relevant. Beispielweise bei Krankheiten, die mit einem Aufenthalt in einem Krankenhaus oder in einer Reha-Einrichtung verbunden waren.

Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung beantragt, muss alle Fragen wahrheitsgemäß beantworten. Dazu ist er gesetzlich verpflichtet. Sollte sich später im Leistungsfall herausstellen, dass die Angaben falsch waren, kann das negative Folgen haben. Im schlimmsten Fall kostet das die BU-Rente – der Versicherer zahlt nichts, Sie stehen ohne Einkommen und Absicherung da.

Nachmelden nur vor Vertragsabschluss

Die Fragen zur Gesundheit sind ein Teil der Gesundheitsprüfung, die der Versicherer durchführt, wenn er den Vertrag bearbeitet. Sollte ein Arzt während dieser Zeit eine Krankheit bei Ihnen feststellen, müssen Sie diese melden. Sobald die Gesundheitsprüfung abgeschlossen ist und Sie den Vertrag erhalten haben, besteht keine Nachmeldepflicht. Erkrankungen, die erst nach Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung eintreten oder diagnostiziert werden, sind nicht relevant für die Vertragsbedingungen. Sollten Sie aber ernsthaft krank werden, dann kann es für Sie aber vorteilhaft sein, wenn Sie frühzeitig mit Ihrer Versicherung sprechen. So erhalten Sie Ihre Leistungen eventuell schneller.

Gute Chancen auf einen günstigen Tarif

Je jünger Sie sind, desto eher erhalten Sie eine Zusage des Versicherers für einen günstigen Tarif ohne Zuschläge. In jungen Jahren ist die Wahrscheinlichkeit von ernsthaften Vorerkrankungen noch klein. Aber auch ältere Berufstätige können ihre Arbeitskraft absichern – sogar, wenn Sie Vorerkrankungen haben.

Asthma, Diabetes oder Rheuma können zwar den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung verlängern, aber nur selten lehnen Versicherer einen Antrag wirklich ab. Bei weit verbreiteten Krankheiten wie Asthma oder Allergien schaut der Versicherer nach der Schwere der Erkrankung. Und auch der Beruf spielt eine Rolle. Im konkreten Beispiel einer Allergie heißt das: Haben Sie nur leichte Symptome und arbeiten in einem Beruf, der die Symptome nicht verschlimmert, ist das kein Hinderungsgrund. Außerdem besteht bei vielen Krankheiten folgende Möglichkeit: Man zahlt einen höheren Beitrag und erhält so doch einen BU-Schutz.

Attraktive Alternativen

Wenn die klassische Berufsunfähigkeitsversicherung für Ihren individuellen Fall doch zu teuer wird, gibt es mehrere Alternativen. Zum Beispiel eine Versicherung der Grundfähigkeit oder eine Schwere-Krankheiten-Vorsorge. Auch mit Vorerkrankung können Sie optimistisch sein: Es gibt für Sie bestimmt eine passende Möglichkeit, mit der Sie Ihre Arbeitskraft absichern können. So können Sie jeden Tag sorgenfrei zur Arbeit gehen und sich auf viele spannende Berufsjahre freuen.

Unser Experten-Tipp:

Andreas Imhof

„Das wichtigste beim Abschluss einer BU: Beantworten Sie die Gesundheitsfragen absolut ehrlich. Nehmen Sie sich dafür Zeit. Sie wissen nicht mehr, welche Krankheiten Sie in den vergangenen Jahren hatten? Dann fordern Sie bei Ihren Ärzten Ihre Patientenakte an. Oder Sie holen bei Ihrer Krankenkasse eine Versichertenauskunft ein. Darin sind die ärztlichen Leistungen der letzten 18 Monate aufgelistet.“

Andreas Imhof

Referent Produktmanagement bei Canada Life

Unsere beliebtesten Artikel

Besser informiert.
Mit dem Canada Life-Newsletter.