Insolvenz: Ihr Arbeitgeber steht vor dem Aus – Ihre Betriebsrente jetzt auch?
Ihr Arbeitgeber steht vor dem Aus. Doch was passiert im Fall einer Insolvenz mit Ihrer Betriebsrente...
Viele Erwerbstätige würden gerne früher in Rente gehen. Gesundheitliche Aspekte oder zunehmender Stress am Arbeitsplatz spielen dabei oft eine Rolle. In den „goldenen Jahren“ mehr Zeit für sich und die Liebsten zu haben, bedeutet Lebensqualität. Den Fokus auf das persönliche Wohlbefinden und ein aktives, gesundes Leben zu setzen, kann aber auch eine Herausforderung sein. Denn der Übergang vom Berufs- ins Rentnerleben ist nicht immer einfach.
Um den früheren Eintritt in den Ruhestand nach Ihren Vorstellungen gestalten zu können, müssen Sie gut vorbereitet sein – persönlich und finanziell. Der vorgezogene Ruhestand ist keine spontane Entscheidung, sondern benötigt sorgfältige Planung, mit der Sie schon Jahre im Voraus beginnen sollten.
Man hört die Geschichte oft: Arbeitnehmer können es kaum erwarten, in Rente zu gehen – und fallen dann in ein riesiges Loch. Auf einmal hat man (zu) viel freie Zeit, die sinnvoll gefüllt werden möchte. Und auch das Geld ist auf einmal knapper. Wie konnte das passieren? Machen Sie sich also frühzeitig Gedanken, wie Sie im vorgezogenen Ruhestand leben möchten. Ihr Lebensstil, der Erhalt der geistigen und körperlichen Fitness, die Hege Ihrer Freundschaften und die Pflege Ihrer Interessen bilden die essenzielle Basis für ein erfülltes Leben. Und genau das müssen viele Rentner und Frührentner oft neu lernen.
Ein rechtzeitiger Kassensturz und ehrlicher Überblick über Ihre Finanzen sind unverzichtbar. Überprüfen Sie Ihre Rentenansprüche. Sie sollten genau wissen, was Ihnen aus der gesetzlichen Rentenversicherung sowie aus Betriebsrenten (bAV) oder einer privaten Rentenversicherung zufließt. Dem gegenüber stehen Ihre verbindlichen Kosten sowie Aufwendungen für Ihre Wünsche und Bedürfnisse. Reicht Ihr Budget dafür aus und wo könnten oder müssten Sie sparen? Mehr Infos dazu erhalten Sie in unserem Beitrag zur Berechnung des persönlichen Vorsorgebedarfs.
Es ist nützlich, wenn Sie ein paar Begriffe zur Rente und die Voraussetzungen für den Rentenbezug kennen. Die Regelaltersrente meint die gesetzliche Altersrente, die nach Erreichen einer bestimmten Altersgrenze bezahlt wird. Als Beispiel: Wer ab 1964 geboren wurde, kann erst mit 67 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen. Altersrente und Regelaltersrente sind in diesem Fall identisch. Geht der Versicherte aber vor dem Erreichen der Regelaltersgrenze in den Ruhestand, fällt seine Altersrente entsprechend niedriger aus.
Hier ein paar Stichworte:
Alle vor 1953 Geborenen können schon mit 63 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen. Für alle, die zwischen 1953 und 1963 geboren sind, wurde das Rentenalter schrittweise angehoben. Ist Ihr Geburtsjahrgang 1964 oder später, können Sie erst mit 65 Jahren ohne Abzüge in Rente gehen.
Für die Jahrgänge 1949 bis 1963 ist der frühere Renteneintritt noch vor ihrem 67. Geburtstag abschlagsfrei möglich. Für alle, die 1964 oder später geboren sind, liegt das Renteneintrittsalter auch nach 35 Beitragsjahren bei 67 Jahren. Möchten Sie also schon mit 63 Jahren aus dem Berufsleben ausscheiden, werden Ihnen für jeden Monat, den Sie vorzeitig in Rente gehen, 0,3 % von Ihrer Rente abgezogen – und das dauerhaft.
Geburtsjahr: 1964
Regelaltersgrenze: 67 Jahre
Gewünschter Rentenbeginn: mit 63 Jahren
Rentenabschlag: 0,3 % pro Monat
67 – 63 = 4 Jahre = 48 Monate
48 Monate × 0,3 % = 14,4 % Abschlag
Beispielrente ohne Abschlag:
1.600 € monatlich
Höhe des Abschlags:
14,4 % von 1.600 € = 230,40 €
Mit Abschlag:
1.600 € – 230,40 € = 1.369,60 €
Es gibt Modelle, die Ihnen den finanziellen, sozialen und psychischen Abschied vom Arbeitsleben erleichtern und Sie in den Ruhestand begleiten.
Altersteilzeitmodelle beispielsweise ermöglichen Ihnen ab dem 55. Lebensjahr einen gleitenden Übergang in den Ruhestand. Das Gehalt und die verbleibende Arbeitszeit bis zur Rente werden dabei halbiert.In einem sogenannten Blockmodell wird die erste Hälfte der Altersteilzeit noch in Vollzeit gearbeitet. Die zweite Hälfte ist eine Freistellungsphase, in der Sie nicht mehr arbeiten. Daneben gibt es auch das Gleichverteilungsmodell: Hier wird die Arbeitszeit über den gesamten Zeitraum gleichmäßig reduziert.
Ob aber eine Altersteilzeit möglich ist, hängt von Ihren tariflichen oder betrieblichen Vereinbarungen ab.
Ein weiteres Modell, um den Übergang von Erwerbsleben in den Ruhestand flexibel zu gestalten, ist die Flexirente. Versicherte, die nach 35 Beitragsjahren eine reduzierte Rente beziehen, dürfen weiterarbeiten und zu ihrer Teilrente unbegrenzt hinzuverdienen. (Diese Option gilt natürlich auch für Ruheständler, die ihr reguläres Renteneintrittsalter erreicht haben.) Außerdem können Sie weiterhin in die Rentenkasse einzahlen und so Ihre Altersrente erhöhen.
Eine weitere Option bietet das Lebensarbeitszeitkonto (Zeitwertkonto).Arbeitnehmer sparen über einen längeren Zeitraum ein Wertguthaben an Zeit an. Dieses Guthaben kann später für Freistellungsphasen wie Sabbaticals, Weiterbildung oder einen vorzeitigen Ruhestand verwendet werden. Es ist per Gesetz gegen eine etwaige Insolvenz Ihres Arbeitgebers geschützt.
Aktuell liegt das Rentenniveau bei 48 %.1 Für viele Arbeitnehmer bedeutet das, im Ruhestand den Gürtel enger schnallen zu müssen. Das gilt umso mehr bei vorgezogener Rente mit Abzügen. Eine zusätzliche private Altersvorsorge wie beispielsweise eine fondsgebundene private Rentenversicherung gewinnt daher zunehmend an Bedeutung, um diese finanziellen Lücken zu schließen.
Klar, es ist einfacher, mit dem privaten Vermögensaufbau in jungen Jahren zu starten – mit geringen Beiträgen und einem langen Anlagezeitraum. Aber auch mit Ü50 lohnt es sich noch, in die private Altersvorsorge einzusteigen. Aufgrund von Qualifikation und Erfahrung verfügen ältere Arbeitnehmer in der Regel über ein höheres Einkommen, von dem sie entsprechend höhere Beiträge in eine private Altersvorsorge einzahlen können. Als Einmalbeitrag könnten Sie angespartes Geldvermögen in passenden Versicherungslösungen sicher und rentabel anlegen und so ihr finanzielles Polster stärken.
Der Ruhestand kommt nicht überraschend. Nehmen Sie sich Zeit, um sich gut und rechtzeitig darauf vorzubereiten. Checken Sie Ihre Finanzen, holen Sie sich Rat von Experten und befragen Sie Ihre Rentenkasse. Und fragen Sie sich selbst, was Sie sich für ein glückliches Leben in Ihrem neuen Lebensabschnitt wünschen und was Sie brauchen.
1 https://www.deutsche-rentenversicherung.de, S. 4
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Klicken Sie auf einen Stern, um den Beitrag zu bewerten!
Melden Sie sich jetzt zu unserem Newsletter an und erhalten Sie alltagsnahe Inhalte rund um das Thema Versicherung direkt ins Postfach.