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Eine schwere Erkrankung kann das Leben von heute auf morgen aus den Angeln heben: gesundheitlich, emotional und finanziell. Dank medizinischer Fortschritte überleben heute immer mehr Menschen etwa Krebs, Herzinfarkt oder Schlaganfall. Doch oft stehen sie vor Einkommenslücken und zusätzlichen Kosten. Wie aus genau dieser Herausforderung vor rund 60 Jahren die Idee der Dread Disease-Versicherung entstand und welchen Schutz sie heute in Deutschland bietet, erfahren Sie in diesem Beitrag.
Eine schwere Diagnose kommt meist aus heiterem Himmel. Dank moderner Medizin überleben heute immer mehr Menschen Erkrankungen wie Krebs, Herzinfarkt oder Schlaganfall. Doch danach beginnen oft andere Sorgen: längere Arbeitsausfälle, geringeres Einkommen, sowie zusätzliche Kosten für Therapien, Haushaltshilfe oder Kinderbetreuung. Genau hier setzt die Dread Disease-Versicherung an.
Die Erfindung der Dread Disease begann nicht im Büro eines Maklers, sondern im Operationssaal. 1967 schrieb der südafrikanische Herzchirurg Christiaan Barnard Medizingeschichte mit der ersten erfolgreichen Herztransplantation. Sein Bruder, der Gefäßchirurg Dr. Marius Barnard, erlebte dabei hautnah, wie Patientinnen und Patienten schwere Operationen überlebten, anschließend aber in finanzielle Not gerieten. Die Kranken konnten oft länger nicht arbeiten, gleichzeitig stiegen ihre Ausgaben.
Das Problem: Klassische Lebensversicherungen zahlten damals nur im Todesfall. Marius Barnard stellte die unbequeme Frage: Wer hilft, wenn Menschen zwar weiterleben, aber finanziell am Limit sind?
Barnard entwickelte die Idee einer neuen Versicherung: Sie sollte nicht erst beim Tod leisten, sondern bereits bei der Diagnose bestimmter schwerer Erkrankungen. Diese Krankheiten nannte er „Dread Diseases“ – Krankheiten, vor denen man sich besonders fürchtet, weil sie das Leben dauerhaft verändern. 1983 brachte der südafrikanische Versicherer Crusader Life die erste Dread Disease-Police auf den Markt. Versichert waren zunächst wenige, klar definierte Krankheiten wie Krebs, Herzinfarkt oder Schlaganfall. Im Versicherungsfall erhielt die versicherte Person eine einmalige Kapitalzahlung, die sie frei verwenden konnte – etwa für Einkommenslücken, Kredite, Umbauten oder zusätzliche Therapien.
Von Südafrika aus verbreitete sich das Konzept zunächst in Ländern wie Großbritannien, Australien, den USA, Kanada und Teilen Asiens. Parallel dazu nahm die Bedeutung dieser Absicherung zu: Immer mehr Menschen überlebten dank medizinischem Fortschritt schwere Erkrankungen, lebten aber mit gesundheitlichen Einschränkungen und den finanziellen Folgen.
In Deutschland kam die Dread Disease-Versicherung (DDV) bereits 1991 zunächst als Zusatzversicherung auf den Markt. Nach der Öffnung des europäischen Binnenmarktes im Jahr 1994 wurde sie auch als eigenständiges Versicherungsprodukt angeboten, das auf dem deutschen Markt zusätzlich unter der Bezeichnung „Schwere-Krankheiten-Versicherung“ bekannt ist.
Der Vorsorgemarkt war lange von klassischen Lebens- und Berufsunfähigkeitsversicherungen geprägt. Die Idee einer einmaligen Zahlung bei Diagnose musste man daher zunächst erklären. Auch aufsichtsrechtlich war die DDV anfangs ohne Vorbild auf dem deutschen Markt und wurde zunächst als Krankenversicherung eingestuft, bevor sie sich als Lebensversicherungsprodukt etablierte. Canada Life war einer der ersten Anbieter der selbständigen DDV.
Heute hat sich Dread Disease auch hierzulande etabliert. Sie schließt eine wichtige Lücke: Die Krankenversicherung übernimmt medizinisch notwendige Behandlungen, deckt aber viele Zusatzwünsche und -leistungen nicht ab. Staatliche Leistungen wie die Erwerbsminderungsrente sind an sehr strenge Voraussetzungen geknüpft und liegen häufig deutlich unter dem bisherigen Einkommen. Genau in dieser Lücke sorgt die Dread Disease-Versicherung für finanziellen Spielraum.
Bevor Sie sich für eine Absicherung entscheiden, ist es wichtig zu verstehen, wie sich die verschiedenen Lösungen unterscheiden und sinnvoll ergänzen.
Berufsunfähigkeitsversicherung: zahlt eine monatliche Rente, wenn man seinen Beruf dauerhaft nicht mehr ausüben kann.
Grundfähigkeitsabsicherung: leistet, wenn grundlegende Fähigkeiten wie Gehen, Sehen oder Sprechen dauerhaft verloren gehen.
Dread Disease-Versicherung: zahlt eine einmalige Summe bei der Diagnose vertraglich definierter schwerer Erkrankungen.
Der große Vorteil: Die Kapitalleistung aus einer Dread Disease steht im Ernstfall sofort zur Verfügung. Man kann sie genau dort einsetzen, wo die finanzielle Lücke in dieser Phase am größten ist.
Die DDV ergänzt andere Bausteine der Absicherung, ersetzt sie jedoch nicht.
Ob und in welcher Höhe eine Dread Disease-Versicherung für Sie sinnvoll ist, hängt von Ihrer persönlichen Lebenssituation ab: Haben Sie Kinder? Finanzielle Verpflichtungen wie einen Immobilienkredit? Sind Sie selbstständig oder die hauptverdienende Person in Ihrem Haushalt? Welche Absicherungen besitzen Sie bereits?
In einem individuellen Beratungsgespräch lässt sich klären:
So wird aus der Idee eines südafrikanischen Chirurgen ein moderner Schutz für Menschen in Deutschland: damit Sie sich im Ernstfall auf das Wichtigste konzentrieren können – Ihre Gesundheit und Ihre Liebsten – und nicht auf finanzielle Sorgen.
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