Vorsorgen & Anlegen

Pflegekosten im Alter: So sorgen Sie finanziell frühzeitig vor

Mit Anfang 60 beginnt für viele eine neue Lebensphase: Die Rente naht, die Kinder sind selbstständig, das Haus ist fast abbezahlt. Doch mit dem Blick nach vorn wächst auch die Sorge: Was ist, wenn Pflege nötig wird? Die gesetzliche Unterstützung reicht oft nicht aus, und niemand möchte zur Belastung werden. Pflege belastet – finanziell, aber auch emotional. Es gibt jedoch diverse Möglichkeiten, vorzusorgen und entspannt in die Zukunft zu blicken.

Warum Vorsorge in der Pflege so wichtig ist

Ende 2023 galten in Deutschland rund 5,7 Mio. Menschen als pflegebedürftig – Tendenz steigend.1 Die meisten Pflegebedürftigen werden zu Hause betreut, etwa jeder Siebte lebt in einem Pflegeheim. Während Daten zu den Kosten für eine Pflege in den eigenen vier Wänden fehlen, lassen sich die Pflegekosten für einen Pflegeheim-Bewohner gut nachvollziehen.

Grundsätzlich gilt: Die Pflegekosten sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Wer in einem Heim lebt, zahlt im ersten Aufenthaltsjahr rund 3.364 € pro Monat Eigenanteil.2 Die Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung, die sich nach dem festgestellten Pflegegrad richten, sind dabei bereits berücksichtigt.

Die sogenannte Standardrente liegt bei 1.835,55 € brutto – so viel monatliche Rente erhalten Sie von der gesetzlichen Rentenversicherung, wenn Sie 45 Jahre lang Beiträge in die Rentenversicherung eingezahlt und durchschnittlich verdient haben.3 Wenn Sie Pflegekosten und Standardrente vergleichen, fällt auf, dass hier eine Lücke von rund 1.530 € klafft. Treffen Sie keine Vorkehrungen, ist das ein Leben lang aufgebaute Vermögen gefragt, um die Differenz abzudecken.

Die gute Nachricht: Wenn Sie rechtzeitig privat vorsorgen, lässt sich diese Lücke schließen und Ihr Vermögen bleibt unangetastet.

Woher die hohen Kosten im Pflegeheim kommen

Pflegekosten setzen sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen:

  • Kosten für Pflege und Betreuung: Das ist der größte Kostenpunkt innerhalb der Pflegeheim-Kosten. Je nach anerkanntem Pflegegrad übernimmt die Pflegekasse einen Anteil – als Beispiel: Bei Pflegegrad 2 sind das 805 € und bei Pflegegrad 5 2.096 €.4
  • Einrichtungseinheitlicher Eigenanteil (EEE): Das sind zusätzliche Kosten, die jedes Einrichtungshaus selbst festlegt und die nicht an den Pflegegrad gekoppelt sind. Anfang 2025 betrug der EEE durchschnittlich 1.760 €.5 Allerdings zahlt die Pflegekasse – abhängig von der Aufenthaltsdauer – auch Zuschüsse, die den durchschnittlichen EEE verringern.
  • Kosten für Unterkunft und Verpflegung: Darin sind auch Personal- und Sachkosten, zum Beispiel für Reinigung und Müllentsorgung, enthalten. Durchschnittlich ergeben sich 990 €.6
  • Investitionskosten (durchschnittlich 498 €) zur Instandhaltung des Gebäudes und der Technik.7

Die Pflegekosten variieren je nach Wohnort stark, während die Leistungen der Pflegeversicherung bundesweit einheitlich geregelt sind. Somit ist die Finanzierungslücke im Pflegefall je nach Region ganz unterschiedlich hoch. Ohne Berücksichtigung der Pflegekassenzuschüsse reicht die Spanne zwischen Bundesländern von etwa 2.850 € in Sachsen-Anhalt bis etwa 3.750 € in Bremen.8

Wer sollte für den Pflegefall vorsorgen?

Ein großes Vermögen und eine hohe Rente sind grundsätzlich gute Voraussetzungen, auch ohne eine Pflegezusatzversicherung die Kosten für die Pflege zu tragen. Allerdings besteht das Risiko, dass Sie dabei einen erheblichen Teil des angesparten Vermögens aufbrauchen – mit möglichen Auswirkungen auf das geplante Erbe für die Angehörigen. Eine private Vorsorge macht also in jedem Fall Sinn.

Mit privaten Pflegezusatzversicherungen die gesetzliche Pflegeversicherung ergänzen

Private Pflegezusatzversicherungen schließen im Pflegefall die Lücke im Portemonnaie. Dabei gibt es grundsätzlich 4 Arten von Pflegezusatzversicherungen:

  • Pflegetagegeldversicherungen übernehmen bei Pflegebedarf einen vertraglich festgelegten Betrag pro Tag. Die Versicherung zahlt den Betrag in der Regel monatlich.
  • Die Pflege-Bahr-Versicherung ist eine Pflegetagegeldversicherung, die der Staat mit 5 € pro Monat bezuschusst. Sie richtet sich speziell an Menschen, die aufgrund von Vorerkrankungen nur schwer eine andere Absicherung erhalten. 
  • Pflegekostenversicherungen übernehmen im Pflegefall vertraglich vereinbarte Kosten, die Sie als Versicherter selbst tragen müssten.
  • Pflegerentenversicherungen zahlen im Pflegefall eine monatliche, lebenslange Rente oder leisten eine Einmalzahlung.

Wie bei den meisten Versicherungsprodukten gilt: Je früher Sie die Versicherung abschließen, desto günstiger ist das für Sie.

Beiträge für die Pflegezusatzversicherung clever finanzieren

Eine private fondsgebundene Altersvorsorge macht immer Sinn. Aber nicht nur für die Absicherung des Lebensstandards im Alter stellt sie eine Lösung dar. Eine private Rente gibt Ihnen Planungssicherheit beim Thema „Kosten rund ums Thema Pflege“. Wichtig ist nämlich: Die Beiträge in eine Pflegezusatzversicherung zahlen Sie oft so lange, bis auch wirklich der Pflegefall eintritt. Sind Sie bereits in Rente und nicht pflegebedürftig, helfen Ihnen die Leistungen aus einer fondsgebundenen Rentenversicherung dabei, die laufenden Beitragszahlungen in die Pflegezusatzversicherung zu kompensieren.

Unser Tipp: Pflegevorsorge ist Lebensvorsorge

Pflegekosten sind nicht nur eine abstrakte Größe – sie betreffen viele Menschen in Deutschland unmittelbar. Eine private Vorsorge hilft dabei,

  • finanzielle Lücken zu schließen,
  • selbstbestimmte Pflege sicherzustellen und
  • Entlastung für Angehörige zu schaffen.

Wir empfehlen: Prüfen Sie, welches Vorsorgemodell zu Ihrer Lebensplanung passt. Ob konservatives Pflegetagegeld, Komplettabsicherung oder flexibler Mix – entscheidend ist: Je früher Sie vorsorgen, desto leichter und günstiger gestalten sich spätere Pflegebedürfnisse.

Ein Finanz- und Versicherungsexperte hilft Ihnen dabei, das richtige Vorsorgekonzept zu erstellen. Sichern Sie sich ab – mit klarem Blick und positiver Planung.

Sie auf der Suche nach einer unabhängigen Beratung? Wenden Sie sich hier gerne an einen unabhängigen Experten. Wenn Sie sich vorab einen Eindruck verschaffen möchten, was Sie in einem Beratungsgespräch erwartet, haben wir für Sie einen verständlichen und hilfreichen Artikel zusammengestellt, der den Ablauf erklärt und häufige Fragen beantwortet. So können Sie sich in Ruhe informieren und gut vorbereitet entscheiden, ob eine Beratung für Sie infrage kommt.


1 https://www.destatis.de/
2 https://www.pflege.de/
3 https://www.ihre-vorsorge.de/
4 https://www.pflege.de/
5 https://www.vdek.com/
6 https://www.vdek.com/
7 https://www.vdek.com/
8 https://de.statista.com/

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

Klicken Sie auf einen Stern, um den Beitrag zu bewerten!