Beruf & Familie

Seelische Gesundheit – aber wie?

Unsere Lebensqualität hängt stark von unserer Gesundheit ab. Entscheidend dafür ist aber nicht nur, dass der Körper fit ist, sondern auch die Psyche. Seelische Leiden sind inzwischen weitverbreitet und haben in den letzten Jahren nochmals zugenommen – nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie. Die gute Nachricht: Es gibt präventive Maßnahmen und mit einer entsprechenden Therapie stehen die Chancen auf Heilung gut.

„Höher, schneller, weiter“ scheint der Leitspruch unserer Gesellschaft zu sein – doch nicht ohne Folgen. Unsicherheit, Stress und Ängste sind heutzutage ein fester Bestandteil im Alltag vieler Menschen. Die Digitalisierung hat unser Leben schneller gemacht. Der Leistungsdruck nimmt stetig zu. Doch all das geht nicht spurlos an uns vorbei. Die Dauerbelastung schlägt uns auf die Psyche und macht sie krank. So sind beispielsweise Krankschreibungen wegen psychischer Erkrankungen stark angestiegen. Nach dem DAK-Psychreport lag 2021 das Niveau „mit 276 Fehltagen je 100 Versicherte um 41 Prozent über dem von vor zehn Jahren“. ¹ Frauen traf es dabei deutlich häufiger.

Jeder vierte in Deutschland betroffen

Psychische Erkrankungen sind alles andere als selten: In Deutschland sind laut einer Erhebung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde vom August 2021 jedes Jahr rund 18 Millionen Erwachsene von einer psychischen Erkrankung betroffen – das ist beinahe jeder vierte Einwohner. Besonders verbreitet sind Angststörungen, Depressionen und Störungen durch Alkohol- und Medikamentenmissbrauch.

Trotz der weiten Verbreitung psychischer Erkrankungen sind Betroffene häufig stigmatisiert und Vorurteilen ausgesetzt. Das macht es ihnen schwer, offen mit ihrer Erkrankung umzugehen. Sie kämpfen mit einer doppelten Belastung – den Symptomen der Krankheit und der sozialen Ausgrenzung. Aus Angst vor dem Unverständnis von Familie, Freunden und Kollegen gehen viele gar nicht erst zum Arzt.

Dabei ist eine frühzeitige Diagnose wichtig. Schnell kann eine unbehandelte seelische Störung eine negative Eigendynamik entwickeln und weitere gesundheitliche Probleme nach sich ziehen. Das erschwert die Behandlung. Allerdings hat sich die Behandelbarkeit psychischer Erkrankungen in den vergangenen zwei Jahrzehnten entscheidend verbessert. Viele Patienten haben bei entsprechender Therapie eine gute Chance, geheilt zu werden oder zumindest lässt sich ihr Zustand entscheidend verbessern.

Prävention gewinnt an Bedeutung

Auch kann eine gesunde Lebensweise helfen, einer Erkrankung vorzubeugen. Gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf, ein strukturierter Tagesablauf, Sport und Entspannungsmethoden wie Yoga oder Meditation können dazu beitragen, dass die Seele im Gleichgewicht bleibt. Die Bedeutung präventiver Maßnahmen, um die psychische Gesundheit zu fördern, erkennen auch immer mehr Unternehmen. Sie bieten ihren Mitarbeitern Kurse an, etwa zum Stressabbau und zur Entspannung, um beispielsweise einem Burn-out vorzubeugen.

Ursachen für Berufsunfähigkeit nach Altersstufen

Inzwischen sind Nervenkrankheiten die Hauptursache für eine Berufsunfähigkeit: 32,66 Prozent der Leistungsfälle sind auf psychische Erkrankungen zurückzuführen, vor zehn Jahren waren es noch 20 Prozent der Fälle.2 Was wenig bekannt ist: Vor allem junge Arbeitnehmer erkranken häufig psychisch – viele belastet der hohe Leistungsdruck und die ständige Erreichbarkeit. Deshalb empfiehlt es sich, bereits in jungen Jahren eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) abzuschließen. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente reicht nicht aus, den gewohnten Lebensstandard zu halten. Wer jedoch zusätzlich privat vorsorgt, sichert sich ein monatliches Auskommen. Wer zudem frühzeitig einsteigt, spart durch niedrige Prämien bares Geld.


1 https://www.dak.de/
2 https://www.versicherungsbote.de/